PETAs Ranking der Vegan-freundlichsten Fußballstadien 2017

FC Schalke 04 wird Veggie-Meister, Borussia Mönchengladbach verweist Bayern München auf den dritten Platz

Stand Mai 2017
Nach 34 Spieltagen und 4 Relegationsspielen ist die Bundesligasaison 2016/2017 vorbei. Trotz des Champions-League-Finales in Cardiff ohne deutsche Beteiligung gilt es noch einen wichtigen Titel für die deutschen Vereine zu vergeben! Zum zwölften Mal veröffentlicht PETA das Ranking der Veggie-freundlichsten Stadien Deutschlands. Erstmalig wird der Fairnesssieger der ersten und zweiten Bundesliga mit dem größten veganen Angebot bestimmt.
In der Bundesliga konnte Bayern München fast konkurrenzlos den Titel des deutschen Meisters verteidigen. Im Wetteifern um das Veggie-freundlichste Stadion mussten sich die Bayern allerdings mit einem dritten Platz hinter Schalke 04 und der letztjährigen Überraschungsmannschaft Borussia Mönchengladbach zufriedengeben. In der zweiten Bundesliga bleiben die Münchner von 1860 auf dem angestammten ersten Platz. Denn während es in der ersten Liga große Konkurrenz gibt, setzt sich die Allianz Arena in der zweiten Liga souverän durch. 
 
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Erste Bundesliga

Die Arena von Schalke schaffte es, mit einem breiten Kaderausbau auf satte 50 Punkte zu kommen. Das Knusperschnitzel HongKong mit Sojasauce, Gemüsefrikadellen mit Currysauce und Bulgursalat sind nur einige Ausnahmetalente im Kader.

Borussia Mönchengladbach, die Überraschung des letzten Jahres, kämpfte sich mit zehn Punkten mehr auf dem Konto nochmal einen Platz vor. Der Verein hat einen neuen Stern am veganen Fußballhimmel entdeckt: Mit NATSU FOOD gibt es eine eigene Veggie-Bude im Stadion, die mit asiatisch angehauchten Gerichten Leichtigkeit in den deutschen Stadionalltag bringt. Edamame-Salat, Kartoffeln mit Wasabi und Zoodle Lunch Pots runden das frische Angebot ab.

Der dritte Platz hätte in der Liga nicht den Ansprüchen von Bayern München genügt. Mit einer Ausbeute von 41 Punkten gab es eine kleine Steigerung zur letzten Saison. Das Angebot ist breit mit einem orientalischen Wrap, veganen Frühlingsrollen und frischer Pasta mit Rucola. Bayern München wäre nicht Bayern München, wenn die Verpflichtungen für die nächste Saison nicht schon bekannt werden. Falafeldöner und Burger stehen in den Startlöchern, um den Angriff auf die Tabellenspitze wieder einzuleiten.

Den Spitzenreitern dicht auf den Fersen und die diesjährige Überraschung ist der 1. FC Köln. Die „Geißböcke“ schaffen es, die Punktzahl des letzten Jahres mehr als zu verdoppeln. Durch Gemüsewraps, Falafelwraps und eine eigene Veggie-Bude, dem „Grasfresserbüdchen“, konnten viele Punkte geholt werden.

Wie auch in der Bundesliga schafft es RB Leipzig, sich im Ranking zu etablieren. Mit veganer Bratwurst und veganer Currywurst werden neben einem Gemüsewrap und diversen Salaten zwei Stadionklassiker angeboten. Auch hier sollen weitere Akzente gesetzt und im nächsten Jahr die Tabellenspitze in Angriff genommen werden.

Eine weitere Verbesserung erzielten die Wölfe aus Wolfsburg. Die vegane Volkswagen Currywurst hat schon über die Wolfsburger Grenzen hinaus von sich reden gemacht. Auch in Wolfsburg sind Wraps und eine Gemüse-Pilzpfanne Gewinner für jeden Veganer.

Etwas holprig geht es bei Borussia Dortmund zu. Der vierte Tabellenplatz des letzten Jahres konnte aufgrund einer geringeren Punktzahl 2017 nicht verteidigt werden. Die reden Stars des letzten Jahres kamen in diesem Jahr leider nicht zum Zug. Allerdings sind Salattasche, Falafelwrap und Glasnudelsalat mit Avocado eine Option für den Kader jedes Vereins. Vielleicht hilft eine Rückholaktion der Stars, um die Champions League wieder zu erreichen.

Noch hält die Stadionuhr des HSV. Auch wenn auf dem Platz gegen den Abstieg gespielt werden musste, geht im Stadionranking die Leistungskurve klar nach oben. Vegane Hot Dogs, Tofuspieße mit Soße und Reibekuchen mit Apfelmus lassen von süß bis deftig kaum Wünsche offen.

Die Eintracht aus Frankfurt konnte ihre Punkteausbeute dieses Jahr fast verdoppeln. Durch die starke Konkurrenz bleibt allerdings wieder „nur“ der neunte Tabellenplatz. Mediterrane Gemüsetaler zentral in Deutschland lassen vegane Herzen höher schlagen.

Der FSV Mainz 05 schafft es mit Avocado-Sandwiches, Couscous-Salat und weiteren Salatangeboten auf 16 Punkte. Auch hier bleibt, wie in der Liga, Potenzial nach oben. Gute Ansätze sind mit den angebotenen Falafeln zu sehen, die leider aufgrund der Sauce vegetarisch sind, aber durchaus vegan angeboten werden könnten.

Die Hertha aus Berlin belegt den elften Platz. Klassiker wie Süßkartoffelpommes und vegane Suppen werden auch im Olympiastadion angeboten. In der veganen Hauptstadt Deutschlands hängt das Stadion allerdings noch in den Angeboten nach.

Den zwölften Platz teilen sich mit 13 Punkten der FC Ingolstadt, Werder Bremen und der FC Augsburg. Ingolstadt legt allerdings mit dem besseren veganen Angebot bestehend aus Chili sin Carne und Falafel mit Couscous vor, während die Bremer mit Bratkartoffeln punkten. Der FC Augsburg zeigt mit den Klassikern, einer Riesenlaugenbrezel und Pommes Frites, dass so durchaus Punkte zu holen sind. In Zukunft sollte aber auf frische und junge Talente gesetzt werden.

Hinter den eigenen Erwartungen zurück bleibt Bayer Leverkusen nicht nur in der Bundesliga. Auch im PETA Stadionranking reicht es nicht für eine hohe Position. Die Klassiker Pommes und eine Brezel bieten eine solide Basis, aber hier ist sehr viel Potenzial nach oben. Wie wäre es mit etwas auf Basis „kleiner Erbsen“?

Wie auch in der Liga belegt Darmstadt mit dem Jonathan-Heimes-Stadion am Böllenfalltor den letzten Platz. Der sportliche Ehrgeiz war vorhanden, die Konkurrenz nur leider eine Nummer zu groß mit Pommes als einzigem veganem Angebot.

Fairnesssieger der ersten Bundesliga

Zum Ende der Bundesligasaison wird auch immer die Fairnesstabelle ausgegeben. Da es nicht nur auf dem Platz, sondern auch bei der Wahl der Gerichte im Stadion fair zugehen soll, wurde dieses Jahr zum ersten Mal der Fairnesssieger des PETA-Stadionrankings ermittelt. Nur tierleidfreie vegane Gerichte sind fair. Der Sieg geht auch hier an den FC Schalke 04 mit insgesamt 13 veganen Gerichten im Angebot!
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Zweite Bundesliga

Die Allianz Arena ist eine feste Größe im Ranking. Konnte in der ersten Liga der obere Tabellenplatz nicht gehalten werden, so bleibt er in Liga zwei unangetastet und 1860 München kann die Tabellenspitze souverän verteidigen – wenngleich es nicht für dieselbe Punktausbeute Jahr reicht wie im letzten.
Auch der FC St. Pauli gehört beim Stadionranking zu den Spitzenreitern. Vegane Currywurst, Bagel, Cookies und die Kreativabteilung des Foodtruck von Vincent Vegan liefern konstante Leistung auf hohem Niveau.

Auf seinem angestammten Platzhat sich auch der 1. FC Nürnberg eingefunden, muss sich diesen allerdings mit der Fortuna aus Düsseldorf teilen. Top-Star aus Nürnberg ist in dieser Saison der Gemüsebratling. Düsseldorf schickt einen Falafel Wrap und einen Gemüse Wrap aufs Feld und kann sich mit dem Duo in der Tabelle weit nach oben schieben.

In der Liga den direkten Wiederaufstieg geschafft, im PETA-Stadionranking muss noch an der Kaderplanung gearbeitet werden: Der VfB Stuttgart schafft es mit einem Natur Langos als vegane Option lediglich ins Mittelfeld der Liga.

Auf den drei letzten Plätzchen finden sich Vereine und Stadien wieder, die lediglich Pommes Frites und Bretzeln als vegane Optionen anbieten. Der VfL Bochum macht hier den Anfang und bietet gleich beides an.

Im Ligaalltag waren sie Teil des Vierkampfs um die Tabellenspitze, im PETA-Ranking hält sich Union Berlin im unteren Tabellendrittel auf. Die Alte Försterei bietet lediglich eine vegane Laugenbretzel an und kommt insgesamt nur auf 7 Punkte.

Die Kickers aus Würzburg sind in diesem Jahr zum ersten Mal dabei. Auch hier zählt aufgrund der begrenzten Kapazitäten der sportliche Wille: Dabei sein ist alles. Im nächsten Jahr ist eine bessere Platzierung erreichbar.

Auch wenn die Bereitschaft zur Teilnahme in der zweiten Bundesliga in diesem Jahr sehr gering war, zeigt die Teilnahme der kleinen Vereine auch, dass es sich lohnt mitzumachen.

Fairnesssieger der zweiten Bundesliga

Wie auch in der ersten Bundesliga zeichnet sich in der zweiten Bundesliga der Fairnesssieger durch das größte vegane Angebot aus – also das Angebot, das die Vielfalt der veganen Ernährung zeigt und fair gegenüber den Tieren ist. Hier besticht der FC St. Pauli durch ein Angebot, das seinesgleichen sucht. Der Foodtruck von Vincent Vegan als Joker ist immer zur Stelle, wenn er gebraucht wird. Vegane Burger in verschiedenen Variationen, Curry Vurst und vegane Bagel sind nur ein paar der insgesamt acht Angebote, die es am Millerntor-Stadion gibt.

Fazit

Auch wenn es im Champions League Finale keine deutsche Beteiligung gab, sind diese Angebote in deutschen Fußballstadien wirkliche Champions. Aus der ersten Liga haben es fast alle Vereine geschafft, ihr Punktekonto zu verbessern. Wir sind gespannt auf die nächste Saison.

Ein Lob an die Neuaufsteiger, die sich zum ersten Mal im Ranking und in den neuen Ligen zurechtfinden müssen. Es müssen nicht unbedingt Starspieler wie vegane Burger oder Wraps sein. Auch alteingesessene Spieler wie Pommes können die Grundlage für das Vorankommen in der Liga bilden. Die Kapazitäten und Möglichkeiten der Stadien sind teilweise sehr unterschiedlich. Stadien mit einem geringeren Angebot sollten jedoch zukunftsweisende Schritte gehen. Die Scouts sollten auf frische Talente setzen, die sofort einschlagen und nicht teuer sind. Falafel und asiatische Gerichte sind als Publikumslieblinge gefragt. Die Spitzenreiter des Rankings liefern weitere Inspirationen: Veggie-Würstchen, gebackenes Gemüse und vegane Suppen sind leicht umzusetzen und schmecken allen Fußballfans.

Ein Geheimtipp aus der PETA-Scouting-Abteilung: Veggie-Buden sind der Königstransfer der nächsten Saison: Jung, dynamisch und immer für Überraschungen gut – genau das wird in der Liga gebraucht. Dieses Angebot trägt am besten dazu bei, Tierleid im Stadion zu verringern.

Hintergrund

Analog zur Drei-Punkte-Regel in der Bundesliga erhielten Stadien für vegetarische Speisen 1 Punkt, für vegane Gerichte 3 Punkte. Dafür wurden Vereine, Caterer und Stadionbetreiber gebeten, eine Liste der für alle Besucher (ohne VIP-Bereich) angebotenen vegetarischen und veganen Speisen einzusenden. Hierbei vertrauen wir auf die Richtigkeit der Angaben. Nicht berücksichtigt werden dabei Knabbereien wie Chips, Eis, Popcorn oder Schokoriegel. In diesem Jahr wurde erstmals ein Fairnesssieger anhand des größten veganen Angebots ermittelt.

Aus organisatorischen und finanziellen Gründen kann nicht jedes Stadion für dieses Ranking von uns besucht oder getestet werden. Falls Ihr Verein nicht dabei sein sollte, so wurden uns von Seiten des Vereins oder Caterers bisher leider keine Informationen zur Verfügung gestellt.

Was Sie tun können

Probieren Sie beim nächsten Stadionbesuch eine der zahlreichen rein pflanzlichen Alternativen – Sie werden merken, wie lecker, gesund, umwelt- und tierfreundlich diese Entscheidung ist. Ist die Auswahl in Ihrem Stadion noch gering, dann fragen Sie gezielt nach und schlagen Sie Gerichte aus anderen Stadien oder den Einsatz einer Veggie-Bude vor. Denn die Nachfrage bestimmt das Angebot.

Weitere Informationen zu den Vorteilen einer veganen Ernährung erhalten Sie in unserem kostenlosen, unverbindlichen Veganstart-Programm. Sie sind selbst gerne sportlich aktiv? Ganz gleich, ob Freizeit, Amateur oder Profi: Hier finden Sie passende Informationen rund um die gesunde vegane Ernährung.