„Initiative Tierwohl“: Verbrauchertäuschung zugunsten der Fleischlobby

PETA deckt auf, wie Schweine unter dem Deckmantel des Tierschutzes leben und leiden müssen

Stand April 2017

Wie stellen Sie sich ein glückliches Schweineleben vor?


Das Schwein gehört zu den intelligentesten Säugetieren. Schweine sind schlauer als Hunde und besitzen ein Ich-Bewusstsein. Zudem sind sie sehr reinliche Tiere, die ihre Umgebung – genau wie der Mensch – in Funktionsbereiche zum Schlafen, Essen, Spielen und Erleichtern einteilen. Und am wichtigsten: Sie spüren Schmerzen, Angst und Trauer.
Wenn man Schweine nun in enge und karge Buchten mit harten Spaltenböden sperrt, sodass die Gelenke schmerzen; wenn weibliche Tiere einen Großteil ihres Lebens in Kastenständen verbringen müssen, die kaum größer sind als sie selbst; wenn reinliche Tiere auf Exkrementen leben müssen und der beißende Ammoniakgeruch ständig in den Lungen brennt; wenn Ferkel viel zu früh von der Mutter getrennt werden und sich die Tiere gegenseitig aus Frust, Langeweile und bei Rangkämpfen blutig beißen; wenn tote Tiere und Medikamentengaben an der Tagesordnung sind – denken Sie, dass die Tiere mit beispielsweise ein wenig Stroh zur Beschäftigung, marginal mehr Platz oder offenen Tränken plötzlich ein glückliches Leben führen, bis sie im Schlachthaus getötet werden?

Genau das möchte uns die Fleischindustrie zusammen mit fast allen Supermärkten und Discountern verkaufen. Die Information, die auf immer mehr Fleischpackungen in Supermärkten und Discountern klebt, verspricht „den Wandel zu einer tiergerechteren Haltung“. Jedoch müssen nicht einmal die oben genannten, minimalen Verbesserungen erfüllt worden sein. Denn so heißt es weiter: „Diese Information bedeutet nicht, dass die erworbenen Produkte bereits vollständig aus teilnehmenden Betrieben der Initiative stammen.“ Transparenz sieht anders aus.
Ob „Initiative Tierwohl“ oder nicht – so sollte kein Schwein leben müssen.

 

Gegen Tierwohl-Label – für vegane Produkte

Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt nutzt die bis auf die Knochen blamierte „Initiative Tierwohl“ als Ausgangspunkt für sein von Steuergeldern finanziertes staatliches Tierwohl-Label. Fakt ist, dass vermeintliche Gütesiegel vor allem den Trägern und nicht den Tieren helfen. Bitte fordern Sie Christian Schmidt dazu auf, echte Alternativen zu fördern und nicht die Taschen der Agrarlobby zu füllen.

Unterschriften-Aktion:

Sehr geehrter Herr Schmidt,

wie Sie bestimmt wissen, ist der Tierschutz ein wichtiges Anliegen für viele Verbraucher. Laut dem aktuellen Ernährungsbericht des von Ihnen geleiteten Ministeriums würden 88 Prozent der Befragten mehr Geld für bessere Haltungsbedingungen von Tieren in der landwirtschaftlichen Tierhaltung ausgeben.
 
Doch aktuelle Recherchen von PETA und anderen Tierschutzverbänden zeigen erneut unhaltbare Zustände in Betrieben, die an Programmen wie die „Initiative Tierwohl“ teilnehmen. Die Aufnahmen zeigen kranke und verletzte Schweine auf kotverdreckten Spaltenböden, Sauen in Kastenständen und immer wieder tote Tiere – Bilder, die man eigentlich in „Tierwohl“-Betrieben nicht vermuten würde.
 
Die Aufnahmen zeigen eindrücklich, dass Tierschutz-Label keinen maßgeblichen Unterschied für die Tiere herbeiführen. Ich halte es deshalb für unwahrscheinlich, dass das von Ihnen vorgeschlagene staatliche Tierwohl-Label, das sich an den Kriterien der Initiative orientiert, einen Einfluss auf die Zustände in den Anlagen haben wird. Es wird – wie viele Label bislang auch – lediglich Verbraucher in die Irre führen, die sich ein besseres Leben für die Tiere wünschen.
 
Deshalb möchte ich Sie eindrücklich bitten, den Wünschen der Verbraucher zu entsprechen und Steuergelder vermehrt in pflanzliche Produkte zu investieren. Diese sind nicht nur weniger belastend für die Umwelt, sondern bieten eine echte tierfreundliche Alternative zu tierischen Produkten.

Mit freundlichen Grüßen

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Das Versprechen der „Initiative Tierwohl“ des Handels wirkt mit PETAs Aufnahmen noch unglaubwürdiger


Es gibt kaum Verbesserungen zu den minimalen gesetzlichen Standards. Die Bilder zeigen Schweine auf harten und mit Kot verdreckten Spaltenböden, die sich mit einigen Artgenossen in den kargen Buchten drängen. Hustende Tiere im krankhaften Hundesitz, abgenagte Ringelschwänze, Hoden- und Nabelbrüche sowie zahlreiche andere Verletzungen, die offensichtlich nicht oder unzureichend behandelt wurden. Die Tiere verletzen sich in Rangkämpfen, die aufgrund der Enge und Langeweile zum Teil noch heftiger ausfallen, gegenseitig. Zahlreiche Bissverletzungen sind die Folge der belastenden Haltung. Sauen in engen Kastenständen sind auch bei der „Initiative Tierwohl“ Standard – eine unvorstellbare Qual für die intelligenten Tiere.
Zahlreiche Tiere litten unter Verletzungen, wie dieses Schwein mit einem blutigen und vermutlich stark entzündeten Bein.

Wie auch in Betrieben, die nicht Teil der „Initiative Tierwohl“ sind, zeigen die sogenannten Kadavergruben tote Säue und Ferkel jeden Alters. Oftmals lohnt sich eine intensive Behandlung, die das Leben der Tiere retten könnte, für die Landwirte nicht. Die Tiere sind hier nun mal eine Ware – und die muss in erster Linie wirtschaftlich sein.
Tote Tiere sind auch bei der „Initiative Tierwohl“ offensichtlich keine Seltenheit

PETA Deutschland hat gegen sieben Betriebe, die Teil der „Initiative Tierwohl“ sind, wegen verschiedener Verstöße gegen das Tierschutzgesetz und die Tierschutznutztierhaltungsverordnung Anzeige erstattet.

 

Was ist die „Initiative Tierwohl“?


Die Initiative ist ein Zusammenschluss von Landwirtschaft, Fleischwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel und möchte seit 2015 „mehr Tierwohl“ in Schweine- und Geflügelställe bringen. Pro verkauftem Kilogramm Schweine- oder Geflügelfleisch gehen vier Cent an die Initiative, die wiederum Tierhalter für die „Umsetzung von Tierwohlmaßnahmen honoriert“. Diese ist nicht mit der „Tierwohl-Initiative“ des Bundeslandwirtschaftsministeriums zu verwechseln. Teilweise baut sie jedoch auf dieser auf. Hierbei handelt es sich um ein zweistufiges, staatliches Tierwohl-Label, das schon im Vorfeld für heftige Kritik durch zu lasche Kriterien und „verbindliche Freiwilligkeit“ sorgt. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) ist bekannt für seine Nähe zur Fleischlobby und bremst den Tierschutz in Deutschland seit seiner Amtseinführung, wo er nur kann. Ein Label mit „verbindlichen Freiwilligkeiten“ statt dringend benötigter Gesetze zeigt dies einmal mehr. Die Leidtragenden solcher Kampagnen sind immer die Tiere, die Tag für Tag in den Ställen leiden.
 

Was Sie tun können

Hinterfragen Sie Label und Siegel kritisch, denn Tierwohl und Wirtschaftlichkeit schließen sich langfristig immer aus. Um den Tieren nachhaltig zu helfen, kaufen Sie keine tierischen Produkte wie Fleisch, Milch, Eier oder Honig. Hinter all diesen Erzeugnissen steckt großes Tierleid. Melden Sie sich noch heute für unser unverbindliches und kostenloses Veganstart-Programm an und erhalten Sie 30 Tage lang leckere vegane Rezepte und viele Tipps und Tricks, die den Einstieg in ein gesundes und tierfreundliches Leben erleichtern.
Unterschreiben Sie zudem unsere Petition gegen die legalisierte Tierquälerei in Deutschland.
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