Ausgezehrt und verwahrlost: So leiden Pferde für die Antitoxin-Herstellung

Pferde sind keine Blutbeutel auf vier Beinen

Stand November 2016
Update – November 2016
PETAs Wissenschaftskonsortium (PISC) stellt Experten der Universität Braunschweig 134.000 Euro für die Generierung von Antitoxinen zur Verfügung. Diese Antitoxine werden im Labor hergestellt, ohne auch nur einem einzigen Pferd Schaden zuzufügen.
Weitere Informationen finden Sie hier.


Jedes Jahr werden zahlreiche Pferde als Lebendspender von Gegengiften, sogenannten Antitoxinen, missbraucht. Hierzu wird den Pferden zunächst mehrfach das entsprechende Gift injiziert; anschließend werden die Antitoxine aus ihrem Blut isoliert. Viele dieser Pferde befinden sich in Produktionsbetrieben in Indien. Mit behördlicher Genehmigung war es mehreren Tierärzten und einem Wissenschaftler von PETA India sowie anderer Organisationen 2015 möglich, zehn solcher Betriebe einzusehen – und dabei schlimme Missstände aufzudecken.

Leidvolle Antitoxin-Herstellung stoppen

Fordern Sie die indische Botschaft auf, Maßnahmen zu ergreifen, damit Pferde nicht länger für die Antitoxin-Herstellung missbraucht werden.
 

Unterschriften-Aktion:

Please Close Illegal Equine-Serum Facilities

Dear Mr. Ambassador Singh,

I am shocked by the abuse and neglect that government veterinarians and a scientist authorised by the Animal Welfare Board of India uncovered when they investigated equine-serum facilities that extract blood from horses, donkeys and mules for antitoxin and antivenin production. These companies confine equines to squalid pens   and keep them in a constant state of fear and suffering.
 
Inspectors documented that animals in these facilities suffered from mental and physical health problems. Eye abnormalities, diseased hooves, malnourishment, infections, parasites, open wounds, swollen limbs and dying animals were commonplace.
 
I urge you to use your authority to deny or cancel these companies' animal-experimentation registration renewals and immediately revoke their licences to manufacture biological products. I also urge you to use your power to transition India towards non-animal methods of antitoxin and antivenin production.

Sincerely,

Derzeitige Erfolgsstatistik

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Übersetzung des Anschreibens:

Sehr geehrter Herr Botschafter,
 
mit Entsetzen habe ich von der Misshandlung und Vernachlässigung von Pferden, Maultieren und Eseln in Betrieben zur Gewinnung von Pferdeserum erfahren. Kontrollen, die mit Genehmigung des Animal Welfare Board of India (AWBI) von staatlichen Veterinären und einem Wissenschaftler in diesen Einrichtungen durchgeführt wurden, brachten die unhaltbaren Zustände ans Tageslicht, bei denen Pferden, Maultieren und Eseln zur Herstellung von Antivenin- und Antitoxin-Produkten Blut entnommen wird. Die Tiere werden in verwahrlosten Pferchen gehalten, sind tagtäglichem Leid ausgesetzt und leben in ständiger Angst.
 
Bei der Überprüfung dieser Einrichtungen dokumentierten die Inspektoren bei den Tieren physische und psychische Gesundheitsprobleme. Viele Tiere litten an Augenanomalien, Huferkrankungen, Unterernährung, Infektionen, Parasiten, offene Wunden und Schwellungen der Gliedmaßen. Auch waren etliche sterbende Tiere zu sehen.
 
Ich fordere Sie nachträglich auf, Ihren Einfluss geltend zu machen und eine Erneuerung der Registrierung dieser Unternehmen zur Durchführung von Tierversuchen zu verweigern bzw. zu widerrufen. Ferner bitte ich Sie eindringlich, diesen Unternehmen die Lizenz zur Herstellung von biologischen Produkten unverzüglich zu entziehen und Ihre Autorität zur Förderung tierfreier Verfahren für die Herstellung von Antitoxin- und Antivenin-Produkten in Indien einzusetzen. 

Hintergrundinformationen

Mit Genehmigung des Animal Welfare Board of India (AWBI) konnten Experten von renommierten tierärztlichen Universitäten und Nichtregierungsorganisationen, darunter PETA India, in diesen zehn großen Antitoxin-Produktionsbetrieben die Durchführung von Inspektionen veranlassen und weitverbreitete Missbräuche und Vernachlässigungen aufdecken:
 
  • Serum Institute of India
  • VINS Bioproducts Limited
  • Haffkine Bio-Pharmaceutical Corporation Ltd
  • Premium Serums & Vaccines Pvt Ltd
  • Biological E Limited
  • Mediclone Biotech
  • King Institute of Preventive Medicine & Research
  • Bharat Serums and Vaccines Limited
  • Raut Serum India Pvt Ltd
  • Serawin Biologicals Pvt Ltd
 
Alle genannten Unternehmen nehmen Blut von tausenden Pferden, Maulpferden und Eseln ab – mit Ausnahme von Serum Institute of India, das diese Tätigkeiten outsourct.
 
Obwohl der sogenannte „Prevention of Cruelty to Animals Act“ von 1960 vorsieht, dass Menschen, die Verantwortung für Tiere tragen, auch dafür sorgen müssen, dass es den Tieren gut geht und sie kein unnötiges Leid erfahren, fand das Inspektionsteam fatale Bedingungen vor. Die verwahrlosten, verängstigten, kranken und vollkommen ausgezehrten Pferde litten unter Hufkrankheiten, Unterernährung, Infektionen, Parasiten, geschwollenen Gliedern und Augenanomalien wie Blindheit.
Viele der Pferde in den Betrieben sind krank. Dieses Tier leidet unter einer schweren Augenanomalie.
Grundlegende Tierhygiene, wie etwa Zahn- oder Hufpflege, wurden anscheinend ignoriert oder mit ungeeigneten Mitteln durchgeführt. Viele Tiere litten an Blutarmut. Sie hatten blutende, infizierte und unbehandelte Wunden sowie andere schwerwiegende Gesundheitsprobleme. Außerdem wurden bei zahlreichen Tieren Zeichen gefunden, die darauf schließen lassen, dass sie die schmerzhafte und traumatische Prozedur des Brandmarkens über sich ergehen lassen mussten.
 
Um den Pferden das Blut schneller abzapfen zu können, verwenden die Betriebe oft große Nadeln, was für die Tiere mit Schmerzen verbunden ist.
 
Laut den in Indien geltenden Vorschriften stehen Pferden und anderen Huftieren tägliche Bewegung und Pflege sowie die Möglichkeit für Sandbänder, soziale Interaktion, Grasen auf Feldern und saubere Einstreu als Regeneration von harten Betonböden zu. Aber die Tiere in diesen Institutionen wurden üblicherweise in überbelegten, kargen Paddocks gehalten – oft wurde ihre Bewegungsfreiheit zusätzlich mit Seilen eingeschränkt. Manche waren sogar gezwungen, auf ihren eigenen Ausscheidungen zu stehen.
 
Die meisten der überprüften Labore waren beim zuständigen Komitee zur Kontrolle von Tierversuchen nicht registriert, obwohl eine solche Anmeldung für die Durchführung von Versuchen an Pferden erforderlich ist. Die Inspekteure haben zahlreiche Verletzungen gegen Gesetze und Richtlinien festgestellt. Obwohl in den Einrichtungen schwangere Tiere und ihre Kinder vorgefunden wurden, waren die Betriebe nicht offiziell als Zuchtbetriebe registriert.
 
PETA appelliert an die indische Regierung, die Entwicklung nicht-tierischer Antitoxine zu fördern und das Leid und die Vernachlässigung von Tausenden Pferden im Jahr nicht weiter zu unterstützen.

Was Sie tun können

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