Das Jahr 2013

Erfolge, Recherchen und prominente Unterstützung

Stand Dezember 2013
Das Jahr 2013 bildete den Höhepunkt unseres jahrzehntelangen Einsatzes für ein Verbot von Tierversuchen für Kosmetika. Obgleich Tierversuche für kosmetische Mittel in der EU bereits verboten waren, war es Unternehmen, die Tierversuche außerhalb der EU durchführen ließen, zuvor dennoch möglich, ihre Produkte weiterhin in Europa zu vertreiben. Nach jahrelanger Kampagnenarbeit durch PETA USA, ihre internationalen Schwesterorganisationen und andere tierethisch motivierte Menschen hat die EU nun ein uneingeschränktes Verbot für den Verkauf von in Tierversuchen getesteten kosmetischen Mitteln und deren Inhaltsstoffen eingeführt! Dank des neuen EU-Gesetzes müssen Tausende von Tieren künftig nicht mehr in schmerzhaften Experimenten leiden, in denen ihnen giftige Testsubstanzen in die Augen geträufelt oder auf die kahlrasierte, geschädigte Haut aufgetragen wurden.

 

Erfolge

Bahnbrechende Erfolge für Tiere
Mit einer zehnminütigen Animation, die das Leben im Zirkus aus der Perspektive der Tiere betrachtet, startete PETA Deutschland ihre bislang größte Medienkampagne. Die landesweite Initiative für ein Verbot von Wildtieren im Zirkus wurde anlässlich des 19. Todestages von Tyke ins Leben gerufen, einer Elefantin, die nach ihrem Ausbruch aus einem Zirkus auf Hawaii erschossen wurde. Im Rahmen der Medienkampagne wurde der Trailer des Films in Kinos sowie im Fernsehen und im Internet ausgestrahlt und erreichte geschätzte 10 Millionen Menschen.

Mithilfe von erdeckten Ermittlungen in Mastbetrieben von Heidemark, dem führenden deutschen Putenproduzenten, konnte PETA nachweisen, dass Puten in Heidemarks Betrieben an Bewegungsunfähigkeit und Verletzungen litten, die es ihnen so gut wie unmöglich machten, an Futter und Wasser zu gelangen. Beim Verladen in Transporter wurden die Tiere geschlagen, getreten und gewaltsam in Kisten gestopft. Frühere PETA-Ermittlungen in einem anderen Fall hatten bereits zur Verurteilung eines Putenmästers wegen Tierquälerei geführt.

PETA verzeichnete einen entscheidenden Erfolg gegen die deutsche Pelzindustrie, denn die Tierrechtsorganisation konnte das deutsche Wirtschaftsministerium davon überzeugen, die finanzielle Förderung des Pavillons der deutschen Pelzindustrie auf der „Hong Kong International Fur & Fashion Fair“ endgültig einzustellen. Im Anschluss an die PETA-Kampagne, die eine Online-Petition umfasste, an der sich mehr als 20.000 mitfühlende Bürger beteiligten, sowie ein Schreiben des Top-Designers Harald Glööckler an Wirtschaftsminister Philipp Rösler und Kanzlerin Merkel gab das Ministerium bekannt, dass ab 2014 kein deutscher Pavillon mehr auf der Messe vertreten sein wird. In einer vor Kurzem durchgeführten verdeckten Ermittlung konnten wir die Grausamkeiten des chinesischen Pelzhandels aufzeigen. Domestizierte Hunde, Füchse und Waschbären werden zu einem Leben unter erbärmlichsten Umständen gezwungen, mit Metallstangen zu Tode geprügelt und manchmal bei lebendigem Leib gehäutet. Dank unserer Erfolge werden diese entsetzlichen Qualen unzähligen Tieren künftig jedoch erspart bleiben. Wie unsere Ermittlungen darüber hinaus an den Tag brachten, belastet der Pelzhandel die Umwelt stark und setzt Gerbereiarbeiter giftigen Chemikalien und krebserregenden Stoffen aus.
Nach intensiver Kampagnenarbeit durch PETA USA und ihre internationalen Schwesterorganisationen trat im März 2013 ein uneingeschränktes EU-Verkaufsverbot für im Tierversuch getestete kosmetische Mittel in Kraft.

2013 konnte PETA zudem zahlreiche Erfolge in Zirkussen, Delfinarien und anderen Einrichtungen erzielen, in denen Tiere zur Unterhaltung des Menschen präsentiert werden. So konnten wir unter anderem die Rettung der Elefantin Chitana und mehrerer Großkatzen aus dem Zirkus Las Vegas unterstützen. Zudem bewirkten wir die Ablehnung eines Importantrags des Zirkus Kaiser durch das tschechische Umweltministerium. Der Zirkus hatte die Einfuhr von drei Delfinen geplant, die in einer Delfin-Show und in einer „Schwimmen mit Delfinen“-Veranstaltung für Touristen eingesetzt werden sollten.

PETA führte Ermittlungen in der südasiatischen Lederindustrie durch, in der jedes Jahr 2 Millionen Kühe und Ochsen von Indien nach Bangladesch geschmuggelt werden, wo ihnen die Kehle durchgeschnitten wird und die Tiere unter entsetzlichen Qualen verbluten. Wir dokumentierten eine Reihe von Gerbereien, in denen Arbeiter, unter ihnen auch Kinder, unmittelbar mit krebserregenden Säuren und Laugen in Kontakt kommen und die giftigen Dämpfe einatmen müssen. Zudem gelangen die Schadstoffe ungeklärt in die Flüsse der Umgebung.

Im Rahmen unseres Katzenhaus-Projekts im türkischen Antalya arbeiten wir mit Partnerhotels zusammen, die auf ihren Hotelanlagen schützende Unterkünfte für heimatlose Katzen errichten, die Tiere mit Futter und Wasser versorgen und sterilisieren.

 

Eine unserer medienwirksamen Aktionen aus 2013

Medien & Protestaktionen

Medien & Öffentlichkeitsarbeit
Dank unserer Öffentlichkeitsarbeit in den Medien erreichte die Tierrechtsbotschaft 2013 Millionen von Lesern und Zuschauern. Magazine und Zeitungen wie Der Spiegel, Focus, Stern, Die Welt, Süddeutsche Zeitung, BILD, Frankfurter Rundschau und taz sowie Nachrichten und Reportagen auf ARD, MDR, NDR, n-tv, RTL, RTL2, SAT.1, ZDF und anderen Medien berichteten über die Arbeit von PETA. Mit über 9 Millionen Besuchen auf unseren Websites, über 190.000 Freunden auf Facebook und über 25.000 Abonnenten unseres kostenlosen Veganstart-Programms konnten wir unsere Online-Reichweite im Namen der Tiere 2013 weiter ausbauen. Über 170.000 Tierfreunde erhielten regelmäßig unseren E-Mail-Newsletter mit Infos zu Aktionsaufrufen, die es den Menschen leicht machen, sich aktiv für Tiere einzusetzen. Die auf den folgenden Seiten beschriebenen Erfolge für die Tiere verdanken wir unseren Fördermitgliedern und Unterstützern, ohne deren Hilfe diese Fortschritte nicht möglich gewesen wären.

Protestaktionen
Mit medienwirksamen Protestaktionen konnte PETA 2013 die Tierrechtsbotschaft in alle Welt tragen. Zudem boten wir Tausenden mitfühlender Menschen mit unseren Kampagnen und Online-Marketing-Maßnahmen die Möglichkeit, selbst für Tiere aktiv zu werden.

Mit mehr als 100 kreativen Aktionen kamen PETAs Kampagnen 2013 ordentlich in Schwung, unter ihnen auch die folgenden:

• Mit einer Protestaktion forderten wir das Gericht der Europäischen Union dazu auf, das Importverbot von Robbenprodukten aus Kanada nicht zu lockern und der Beschwerde der kanadischen Robbenindustrie gegen das EU-Robbenimportverbot nicht stattzugeben. Das Verbot wurde beibehalten.

• Mit der Gründung der Website PETA50plus.de bieten wir nun auch eine wichtige Informationsquelle für die zunehmend große Zahl von Menschen im besten Alter, die Tierrechte in alle Bereiche ihres Lebens einbinden möchten.

• Wir erstatteten Strafanzeige gegen mehr als 3.000 „Hobby“-Angler, darunter auch die Teilnehmer des Angelwettbewerbs AngelMasters 2013. Den anschließenden Medienrummel nutzten wir, um Millionen von Menschen darüber zu informieren, dass auch Fische Schmerz empfinden und es nicht verdient haben, an Haken aufgespießt und verstümmelt zu werden oder langsam und grauenvoll zu ersticken.

• Wir reichten offizielle Beschwerden gegen Zirkusse wegen Verstößen gegen das Tierschutzgesetz ein, unter anderem auch gegen den Zirkusschausteller Rene Renz, durch dessen mutmaßlich tierquälerische Behandlung die Elefantin Mädi zu Tode kam.

• Um ein Ende der Tötung heimatloser Tiere durch Vergiften in der Ukraine herbeizuführen, entwarfen wir ein Bildungsprogramm zu Tierschutzthemen. Die landesweit verbreiteten Unterlagen umfassen unter anderem ein virales Video, eine speziell auf Kinder zugeschnittene Broschüre und ein ukrainisches Lehrbuch zum Thema Tierschutz.

• Mit Protestaktionen in zahlreichen deutschen Großstädten machten wir die Öffentlichkeit auf die Grausamkeiten in der Milchindustrie aufmerksam. Zu den Leiden, denen Kühe zur Milchproduktion ausgesetzt sind, gehören unter anderem Euterinfektionen, schmerzlich geschwollene Gelenke, die Enthornung von Rindern ohne Gabe von Betäubungsmitteln sowie die traumatische Trennung neugeborener Kälber von ihren verzweifelten Müttern.
Brigitte Nielsens Anti-Pelz-Motiv war weltweit in den Medien zu sehen

Prominente Unterstützung

Um die Tierrechtsbotschaft von PETA möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen, riefen Prominente und bekannte Persönlichkeiten die Öffentlichkeit mithilfe von PETA-Kampagnenmotiven und Videos dazu auf, Tiere nicht länger auszubeuten und zu missbrauchen. Zu ihnen gehören unter anderem Fashion-Ikone Armin Morbach, Rapper Thomas D, die Volksmusiksängerin Stefanie Hertel, die Schauspieler Jessica Ginkel, Sky du Mont und Brigitte Nielsen, der Comedian Kaya Yanar, das Model Loulou von Brochwitz und der Sänger Roger Cicero.